Erfahrungsbericht

„Ich habe den Spaß an meinem Lieblingssport wiedergefunden“

Thomas H.
Alter

64

Beruf

Rentner

Diagnose

Presbyopie (Alterssichtigkeit)

Hobbys

Golf

„Im Alter von circa 40 Jahren entwickelte sich bei mir eine Altersweitsichtigkeit. Zuvor habe ich nie eine Sehhilfe benötigt. Rund 20 Jahre später stellte sich zusätzlich zur Weit- auch noch eine Kurzsichtigkeit ein. Diese Situation machte mir im Alltag sehr zu schaffen. Als leidenschaftlicher Golfer empfand ich die Sehschwäche vor allem auf dem Golfplatz als äußerst unangenehm. Zuletzt konnte ich den Ball in der Ferne einfach nicht mehr erkennen. Nach einiger Zeit habe ich den Spaß an meinem Lieblingssport komplett verloren. Es graute mir zudem davor, im Alltag gleichzeitig mit Lese-, Fern- und Gleitsichtbrille hantieren zu müssen.“

Eines Tages habe er den Ball in der Ferne einfach nicht mehr erkennen können, erinnert sich Thomas H. Vor zwei Jahren nahm der leidenschaftliche Golfer eine langsam fortschreitende Verschlechterung seiner Sehfähigkeit wahr, die ihn bei der Ausübung seines Hobbys zunehmend beeinträchtigte. Schnell wurde die Kurzsichtigkeit auf und neben dem Golfplatz zur Last.

„Ich konnte die Bandenwerbung im Fußballstadion nicht mehr lesen und beim Spaziergang durch die Natur viele Gegenstände in der Ferne kaum noch erkennen“, sagt der heute 64-Jährige. „Am eklatantesten haben sich die Probleme jedoch auf dem Golfplatz bemerkbar gemacht. Früher konnte ich den Ball in 200 Metern Entfernung runterkommen und liegen sehen. Das war irgendwann nicht mehr möglich.“

Mehr Lebensqualität durch Kunstlinsen

Eine Verbesserung der Situation erhoffte sich der Sportler, der seit einigen Jahren eine Lesebrille benötigte, von seiner augenärztlichen Routineuntersuchung. „Erwartungsgemäß sagte meine Augenärztin, dass es sich um eine altersbedingte Verschlechterung der Sehschärfe handle und mithilfe einer weiteren Brille behoben werden könne.“

Nach der Untersuchung erwähnte sie jedoch beiläufig, dass Thomas H. in drei bis vier Jahren möglicherweise mit dem Thema grauer Star konfrontiert werden könnte. In diesem Fall sei es möglich, sich operieren und sogenannte Multifokallinsen einsetzen zu lassen.

Das ließ Thomas H. aufhorchen: „Wenn mir die Operation mehr Lebensqualität verschafft und ohnehin irgendwann durchgeführt werden muss, warum dann nicht sofort?“ Schon am nächsten Tag ergatterte er einen Termin zur Voruntersuchung in einer spezialisierten Augenklinik. Sechs Wochen später fand der Eingriff statt.

Multi- vs. Monofokallinsen

Beim refraktiven Linsentausch wird die natürliche Augenlinse durch eine Kunstlinse (Intraokularlinse) ersetzt. Diese kann Sehfunktionen wiederherstellen und unterschiedliche Sehfehler korrigieren. Zur Verfügung stehen verschiedene Linsenarten.

„In der Regel kommen beim Linsentausch Monofokallinsen zum Einsatz, deren Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden“, sagt Rüdiger Dworschak, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter des Mannheimer Intraokularlinsenherstellers 1stQ. „Diese Einstärkenlinsen sorgen aber lediglich in einem bestimmten Abstand für gute Sicht. Das heißt, der Patient sieht entweder in der Nähe liegende oder weit entfernte Objekte scharf und benötigt für einen der beiden Bereiche nach wie vor eine Sehhilfe.“ Hegt der Patient den Wunsch, ohne Brille in allen Entfernungen scharf sehen zu können, sind diese Linsen nicht geeignet.

Im Gegensatz dazu verfügt die Multifokallinse über mehrere optische Zonen und ermöglicht gutes Sehen in der Nähe, in der Ferne sowie im Zwischenbereich. In den allermeisten Fällen kann nach dem Einsetzen dieses IOL-Typs auf eine Brille verzichtet werden. „Was viele nicht wissen, die Implantation einer Kunstlinse ist auch möglich, wenn kein grauer Star diagnostiziert wurde – zum Beispiel bei starker Fehlsichtigkeit oder bei dem ausgeprägten Wunsch nach mehr Brillenunabhängigkeit, so wie im Fall von Thomas H.“, so Dworschak. Dabei wird die gleiche operative Vorgehensweise genutzt wie bei der Operation am grauen Star. Wird dieses Verfahren bei Patienten angewendet, die nicht am grauen Star erkrankt sind und deren natürliche Linse klar ist, spricht man von einer Clear Lens Extraction (CLE).

Gute Sicht vom Abschlagen bis zum Eintrag in die Scorecard

Welche Linse genutzt wird, hängt von den individuellen Bedürfnissen und den medizinischen Voraussetzungen des jeweiligen Patienten ab. „Für Golfer ist das übergangslos gute Sehen von der Ferne bis in die Nähe essenziell, damit der Abschlag gelingt und der Eintrag in die Scorecard nicht zum Problem wird. Darüber hinaus müssen Linsen in der grünen Umgebung ein hohes Maß an Schärfe und Kontrast bieten, sodass der Ball perfekt getroffen und das Ziel besser anvisiert werden kann“, erklärt der Linsenspezialist, der selbst begeisterter Golfer ist. „Bei Outdoor-Sportarten ist es ebenfalls wichtig, die Blendempfindlichkeit des Patienten zu reduzieren, damit er bei jedem Wetter hervorragende Sicht hat.“ Daher eigne sich eine Multifokallinse mit Blaulichtfilter sehr gut für Golfer.

Allerdings gibt Dworschak Folgendes zu bedenken: „Dem Patienten muss bewusst sein, dass ein Implantat nicht mit der natürlichen Augenlinse gleichzusetzen ist. In der einen oder anderen Situation wird er Kompromisse eingehen müssen.“ Insgesamt bieten moderne Linsen aber einen sehr hohen Sehkomfort und geben die Möglichkeit, den Alltag weitgehend brillenunabhängig zu bewältigen.

Das bestätigt auch Thomas H.: „Es ist einfach sensationell. Mit den neuen Linsen kann ich alles lesen – sogar bei schlechtem Licht; über einen längeren Zeitraum am Computer zu arbeiten, macht mir ebenfalls nichts mehr aus. Darüber hinaus kann ich wunderbar in der Ferne scharf sehen.“

Auch auf dem Golfplatz hat Thomas H. nun wieder den Durchblick. Jetzt könne er die Flugbahn des Balles verfolgen und ihn auch in 200 Metern Entfernung ganz genau sehen, berichtet der Golfer. „Ich habe den Spaß an meinem Lieblingssport wiedergefunden. Es ist wesentlich angenehmer, wenn man den Ball sieht und nicht mehr im ‚Nebel stochern‘ muss.“