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„Die Lebensqualität ist enorm gestiegen“

Basis Z torisch-progressiv (trifokal), 1stQ

45 Jahre lang war die Brille Jens Müllers ständiger Begleiter. Im Frühjahr ließ er sich im Rahmen einer Operation am Grauen Star torische Multifokallinsen einsetzen und lebt seither brillenfrei.

Den Alltag ohne Brille meistern – noch vor wenigen Monaten wäre dieses Szenario für Jens Müller undenkbar gewesen. Bereits seit seinem dritten Lebensjahr war die Sehhilfe sein ständiger Begleiter: „Das Auf- bzw. das Absetzen der Brille stellte die erste Bewegung am Morgen und die letzte Handlung vor dem Einschlafen dar“, verrät der 48-jährige Herborner. Dabei erwies sich das Tragen der Augengläser nicht immer als angenehm. Im Gegenteil: Seine hohe Sehschwäche von +8,75 bzw. +10,25 Dioptrien und die damit verbundene Abhängigkeit von der Brille hatten starke Einschränkungen im täglichen Leben zur Folge.

Die Brille als Störfaktor

Angefangen bei sportlichen Freizeitaktivitäten, bei denen das Brillengestell einen Störfaktor darstellte, bis hin zur Herausforderung, Brille und Helm beim Motorradfahren zu kombinieren, waren viele Alltagssituationen mit Beeinträchtigungen verbunden. „Die Probleme begannen schon beim Schwimmbadbesuch“, verrät Jens Müller. „Dass die Brille dabei nass wird, ist fast unumgänglich. Doch mit tropfenbehangenen oder beschlagenen Gläsern ist die Sicht einfach schlecht. Ohne Brille konnte ich die Umgebung aber erst recht nur verschwommen wahrnehmen, sodass immer ein gewisses Risiko bestand.“ Sogar der Friseurbesuch erwies sich als Herausforderung: „Nach dem Abnehmen der Brille konnte ich mich im Spiegel nicht erkennen, sodass ich die Leistung des bemühten Friseurs nicht einschätzen konnte. Dessen anfängliche Euphorie wich dann oftmals der Enttäuschung darüber, dass ich kein Feedback gegeben habe.“

In Zeiten, in denen die Brille wegen einer Reparatur nicht zur Verfügung stand, sei es kaum möglich gewesen, überhaupt am Leben teilzunehmen. Darüber hinaus bereitete die starke Fehlsichtigkeit Probleme bei der Wahl des Brillengestells. Aufgrund der starken Weitsichtigkeit war Jens Müller schließlich auf vergleichsweise dicke und schwere Gläser angewiesen. Deshalb musste er auf Kunststoffvarianten setzen, die wegen ihrer geringen Härte leicht verkratzen.

„Es musste etwas passieren“

„Vor eineinhalb Jahren spürte ich, dass sich meine Augen weiter verschlechterten. Zu diesem Zeitpunkt war beispielsweise das Lesen eines Buches nur noch mit zwei verschiedenen übereinandergelegten Brillen und mit großer Anstrengung möglich. Das war alles andere als komfortabel“, erinnert sich der Herborner. Auch die Arbeit am Computer wurde für den Beamten immer anstrengender. „Für mich stand fest: So geht es nicht weiter. Es musste etwas passieren.“

Jens Müller entschied sich dazu, sich in einer Augenarztpraxis beraten zu lassen. „Dem ersten Staunen über die Größe der Praxis und die Anzahl der Patienten wich das Bewusstsein über die professionellen Abläufe und Untersuchungsmethoden.“ Nach umfassenden Voruntersuchungen wurde dem Patienten ein Vorschlag zur Intraokularlinsen-Implantation vorgelegt. Zur Wahl standen drei verschiedene Linsen. „Neben einer Hornhautverkrümmung wurde auch Grauer Star diagnostiziert.“ Bei der vorliegenden extremen Sehschwäche und der zusätzlich festgestellten Hornhautverkrümmung war die Behandlung auch für die Experten der Augenpraxis sowie den zurate gezogenen Medizinisch-Optischen Spezialisten der Herstellerfirma eine echte Herausforderung. 

„Ausprobieren, was technisch möglich ist“

Die Entscheidung fiel schließlich auf torisch-progressive Intraokularlinsen mit Blaulichtfilter (s. Abbildung). Dabei handelt es sich um sogenannte Multifokallinsen, die über mehrere optische Zonen verfügen und – ähnlich wie eine Gleitsichtbrille – gutes Sehen in der Nähe, in der Ferne sowie im Zwischenbereich ermöglichen. Zusätzlich besitzt diese spezielle Form der Optik eine zylindrische Brechkraft, die die bestehende Hornhautverkrümmung mit korrigiert. Daneben standen auch Monofokallinsen zur Wahl. Diese Einstärkenlinsen sorgen jedoch lediglich in einem bestimmten Abstand für gute Sicht. Der Patient sieht dann entweder in der Nähe liegende oder weit entfernte Objekte scharf und benötigt für einen der beiden Bereiche nach wie vor eine Sehhilfe. „Da eine Operation aufgrund des Grauen Stars ohnehin unumgänglich war, entschloss ich mich dazu, auszuprobieren, was technisch möglich ist“, begründet Müller seine Entscheidung für die torischen Multifokallinsen.

Im Januar dieses Jahres war er dann bereit für den ersten Eingriff. Der OP-Termin wurde jedoch aufgrund von festgestellten Mängeln in der Endkontrolle der Herstellerfirma der Linsen verschoben. „Im ersten Moment war ich zwar ein bisschen enttäuscht, weil damit meine eigentliche Zeitplanung verworfen wurde, rückblickend bewerte ich es aber als äußerst positiv, dass die Herstellerfirma derartige Anforderungen an die Linse stellt. Das spricht für hohe Qualitätsstandards.“

Technische und medizinische Meisterleistung

Das erste Auge konnte dann im März operiert werden. Im Rahmen der sog. Katarakt-OP wurde die natürliche, durch den Grauen Star getrübte Augenlinse des Patienten entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt. „Am Anfang bin ich ein bisschen ‚blauäugig‘ an die Sache herangegangen“, sagt Jens Müller mit einem Lächeln. „Nach der ersten OP wurde mir dann bewusst, dass hier eine echte technische und medizinische Meisterleistung vollbracht wurde.“

Nach 20 Minuten war alles erledigt

Durch die hervorragende Betreuung der Augenarztpraxis sei die Situation ganz entspannt gewesen. „Ich wurde gut informiert und über Risiken aufgeklärt. Sorgen habe ich mir vor dem Eingriff nicht gemacht, da ich mich gut aufgehoben gefühlt habe.“ Auch am ersten OP-Tag gab es keinen Grund zur Beunruhigung; alles verlief reibungslos. Der Patient war dabei bei Bewusstsein. Kurz vor der OP erhielt er ein Beruhigungsmittel, das ihn in einen Dämmerschlaf versetzt hat. „Es ist etwas unangenehm, wenn die alte Linse zerstört wird, aber Schmerzen hatte ich zu keiner Zeit.“ Nach knapp 20 Minuten war bereits alles erledigt.

Seit der OP des ersten linken Auges trägt Jens Müller keine Brille mehr. Für das rechte Auge wurde als Übergangslösung zunächst eine Kontaktlinse angepasst. „Man kann sofort wieder gut sehen und am alltäglichen Leben teilnehmen. Die endgültige Sehschärfe stellt sich allerdings erst ein paar Tage später ein“, erklärt der Herborner. Wichtig sei es gewesen, sich ein wenig zu schonen und nicht am Auge zu reiben. „Anfangs war es sehr ungewohnt, doch zu diesem Zeitpunkt wurde mir erstmals bewusst, dass ein Leben ohne Brille vor mir liegen könnte.“ Der zweite Eingriff fand schließlich ein paar Wochen später im April statt und verlief ebenfalls erfolgreich.

Brillenfreies Leben nach der OP

„Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich eines Tages keine Brille mehr benötigen würde“, zeigt sich Jens Müller begeistert. „Die Lebensqualität ist natürlich enorm gestiegen und mit der Situation vor der OP gar nicht vergleichbar. Gerade jetzt im Sommer fällt das besonders deutlich auf.“ Die Brille rutsche beim Schwitzen nicht mehr von der Nase und Aktivitäten im Außenbereich können nun ohne störendes Gestell durchgeführt werden. Zudem werde die Nase entlastet, weil die Brille nicht mehr drückt. Das erleichtere auch das Atmen. „Das Beste ist aber die klare Sicht: Ich kann nun wieder problemlos ein Buch lesen und beim Blick aus dem Fenster die Aussicht genießen.“ Mit einer Brille könnte er seine Sehstärke nun noch um lediglich 0,25 Dioptrien verbessern. Das sei aber nicht der Rede wert und falle im Alltag nicht auf. „Nachts beim Autofahren sind manchmal die ringförmigen Schliffe der Linsen erkennbar, die jedoch nicht stören. Sie erinnern mich vielmehr daran, was bei der OP Tolles geleistet wurde.“

Außergewöhnliche Lebensqualität

Dementsprechend könne er diesen Schritt guten Gewissens weiterempfehlen: „Wenn man Brillenträger ist und eine Graue-Star-OP ansteht, lohnt es sich, über die Implantation einer Multifokallinse nachzudenken. Ein Leben ohne Brille bringt einfach eine außergewöhnliche Lebensqualität.“

Dennoch schleicht sich manchmal die Gewohnheit ein: „Nachdem ich über 45 Jahre Brillenträger war, kommt es manchmal vor, dass ich die Brille suche oder automatisch nach ihr greife“, sagt Jens Müller mit einem Augenzwinkern. „Dann denke ich: Wo habe ich die Brille jetzt wieder hingelegt? Dabei wird sie gar nicht mehr benötigt. Auch das erinnert mich dann immer daran, wie großartig ein brillenfreies Leben ist.“